Nach einer windigen Nacht auf dem BLM-Land, teils mit leichtem Niederschlag, begann der Morgen mit hohen Wolkenfelder, die der Sonne nur schwer den Durchbruch gewährten.
Ich entschied mich einen Ruhetag einzulegen und mich um das Saubermachen des Fahrzeugs zu kümmern, das nach der vortägigen Fahrt über die La Sal Berge sehr viel Schmutz und Schlamm auf der Unterseite angesammelt hatte.
Aber zuerst gönnte ich mir wieder ein leckeres Frühstück im Denny's, um anschliessend eine ganz in der Nähe liegende Auto-Wash-Möglichkeit aufzusuchen.
Mit schrecken stellte ich überraschend fest, wie viel Schlamm am Chasis kleben bleiben kann: ich verbrachte sicher eine Stunde mit einer Hochdruckbrause, um das Fahrzeug von der Schlammkruste zu befreien!
Danach stattete ich nochmals einen Besuch bei Planet Fitness ab, um am Abend wieder an der gleichen Stelle wie am Vorabend, mich für die Nacht einzunisten.
Am darauffolgenden Tag machte ich mich dann auf dem Weg nach Westen, wieder in den Staat Utah.
Es wehte eine steife Brise aus westlicher Richtung, sodass der Dieselverbrauch meines campers mit dem Kampf gegen den Wind in die Höhe schnellte. Aber bei Diesel-Preisen um die USD3.30 pro Gallone (3.78l/gal) war dies zu verschmerzen.
Nach ca. 150 Meilen auf der I-70 (Interstate Autobahn) bog ich Richtung Süden ab und die Landschaft nahm wieder vermehrt die Erosionsformen an, die Utah mit ihren unzähligen Canyons so berühmt macht.
Beim Leprechaun Canyon machte ich einen kurzen Halt, um diesen faszinierenden, der eigentlich repräsentativ für viele gleichwertige Schluchten in der Gegend steht, mir von der Nähe anzusehen (siehe Bild).
Nach einer weiteren kurzen Fahrt machte ich dann den Tageshalt am Rande einer Klippe in der Glen Canyon Recreation Area, mit eindrücklicher Weitsicht über den darunter fliessenden Colorado Fluss.
Der darauffolgende Tag startete trüb und nass. Nach kurzer Fahrt überquerte ich den Colorado River und die Strasse stieg langsam Richtung Südosten an. Der Regen verwandelte sich in Schnee und bald war dann auch die Fahrbahn schneebedeckt, sodass ich in tief winterliche Verhältnissen fuhr!
An der höchsten Stelle zweigte ich gegen Süden ab und es ging langsam aber stetig wieder bergab, sodass der Schnee langsam wieder weniger wurde, bis er ganz verschwand und so auch der Niederschlag.
Bei der Abzweigung wurde man durch Schilder bereits von einer engen, unasphaltierten Strasse gewarnt, aber erst nach einer ca. 30min langen, ruhigen Fahrt auf asphaltierten Strasse durch Juniper-Wälder, erreichte man den Rand des Hochplateaus, wo dann die Strasse sich in Serpentinen die steilen Klippen des Abbruchs hinunterschlengelte: dies war also die Stelle, von der die Schilder gewarnt hatten...!
Unten angekommen gewährte ich mir das aufgeschobene Frühstück, während in dieser Zeit ein heftiger Schneesturm ausbrach.
Nach dem Frühstück beruhigte sich das Wetter wieder, aber die Landschaft war dann bereits winterlich weiss.
Bald überschritt ich die Grenze zwischen Utah und Arizona und fuhr weiter Richtung Süden durch Navajo-Nation-Land nach Chinle, wo ich den Canyon de Chelly mir anschauen wollte.
Noch vor der Dunkelheit nutzte ich die Zeit, um verschiedene Aussichtspunkte entlang des, mit vielen archeologischen Behausungen von alten Indianer-Kulturen bestückten Canyons anzufahren und diesen attraktiven Canyon von oben zu bestaunen.
Die Nacht verbrachte ich dann im einzigen Campground der Gegend, wo ich der einzige Gast war.
Am nächsten Tag, nach frostiger Nacht, machte ich nochmals einige Besichtigungen des Canyon de Chelly und nutzte die einzige Möglichkeit zu Fuss hinunter in den Canyon zu steigen und mir ganz nah diese Behausungen anzuschauen.
Anschliessend fuhr ich weiter durch Navajo-Land Richtung Süden: immerwieder fuhr man bei einfachen Behausungen vorbei, wobei fast jedes Haus im "Garten" eine eindrucksvolle Ansammlung von Schrottautos aufwies.
Schliesslich erreichte ich die Siedlung Show Low, wo ich mich zum Übernachten im National Forest Land entschied.
Da das National Forest Land (Staatsforst) staatlich ist, ist es auch für die Allgemeinheit erlaubt, bis zu 14 Tage am Stück zu campieren, wo sich eine Möglichkeit anbietet, sein Fahrzeug hinzustellen.
Über die Nacht hatte es wieder geschneit, sodass ich im Wald im winterlichen Kleid aufwachte.
Meine letzte Fahrt weiter Richtung Süden, mit Endziel Tucson, verlief durch endlose Wälder, tiefe Schluchten und eindrücklich grosse Bergbau Gegenden mit offenen Kupfertagbau.
In der Dunkelheit erreichte ich schliesslich mein Ziel und das Ende meiner aufregenden und eindrücklich schönen Rundfahrt durch den Südwesten der USA.































