6.01. - 9.01.2026, Tucson/AZ - Organ Mountains/NM

Nachdem die Feiertage überstanden waren, der Rutsch ins neue Jahr 2026 geglückt ist und mein neues "Abenteuer-Mobil" repariert aus der Werkstatt abgeholt habe (hatte im November einen leichten Zusammenstoss, der die Plastikfront des Mercedes Sprinter beschädigte), fuhr ich am späteren Nachmittag richtung Chiricahua National monument von Tucson los, füllte jedoch vorher den Kühlschrank und den Dieseltank noch auf.

Nach zweistündiger Fahrt kam ich in der Dunkelheit an meinem Übernachtungsplatz am Eingang des Chiricahua Parks an.


Am nächsten Morgen stellte ich fest, dass nebenan ein Wohnmobil mit Schweizer Nummer stand: Gerry und Luzia aus Unterägeri, bei denen ich mich kurz vorstellte und die die gleiche Reiserichtung wie ich unter die Räder nahmen, d.h. richtung Osten.


Der Tag im Chiricahua natl. Mon. startete bewölkt und erwartungsgemäss setzte auch bald der Regen ein, der den ganzen Tag und die darauffolgende Nacht anhielt. Nichtsdestotrotz machte ich doch noch eine kurze Wanderung (ca. 10km) im Park mit meinem aufgespannten Regenschirm.

Am Nachmittag beschloss ich doch noch weiterzufahren bis zu einem mir schon bekannten Aussichtspunkt, wo ich übernachten wollte: der Emory Pass im Gila National Forest in New Mexico.

Die ganze Strecke regnete es und als ich dem Pass näherkam, ging der Regen in Schnee über. Bald war auch die Fahrbahn schneebedeckt und die Dunkelheit hatte mich bereits wieder eingeholt: einen ersten Test für mein allradgetriebenes Gefährt: bestanden!

Schliesslich kam ich gegen 19Uhr bei Schneesturm an meinem Ziel auf einer Höhe von ca. 2600m an.

Mit meiner Heizung und genügend Bettdecken machte ich es mir gemütlich für die Nacht. An Schlafen war jedoch nicht zu denken, da der Wind heftig an den Fahrzeugwänden rüttelte: respekteinflössende Sturmböen!

Gegen den Morgenstunden beruhigte sich der Wind und der Schneefall liess nach; meine Umgebung war tiefwinterlich verschneit!


Die Fahrt vom Pass hinunter gestaltete sich problemlos nach nur kurzer schneebedeckter Fahrbahn: die Schneepflugfahrzeuge waren bereits im Einsatz und die Temperaturen stiegen rasant an, je tiefer ich gelangte. Auch die Sonne kam endlich zum Vorschein und mein Gemüt erhellte sich auch zusehends.

Nach zweistündiger Fahrt erreichte ich Las Cruces, wo ich mich noch ins Planet Fitness (Gym) mühte trotz Schlafmangel und Lustlosigkeit!

Auch in Las Cruces füllte ich eine meiner zwei Gasflaschen nach und ergänzte im Walmart meinen Proviantvorrat.

Noch vor Dunkelheit erreichte ich den Aguirre Creek Campground am Fusse der Organ Mountains: ein reizvoll gelegener kleiner öffentlicher  Campground mit atemberaubender Sicht richtung Osten.


Nach einem ausgedehnten Schlaf in stiller Umgebung erwachte ich bei wolkenlosem Himmel, aber knapp über den Gefrierpunkt.

Nach dem Frühstück (wiedermal mein Lieblingsfrühstücksgericht angerichtet: "huevos a la mexicana") machte ich mich auf eine kurze Wanderung zum Baylor Pass auf. Von dort wollte ich weiter auf den Baylor Peak steigen, aber der bissige Wind machte mir einen Strich durch die Rechnung: ich entschied mich auf dem Pass umzukehren. Trotzdem eine schöne Wanderung mit atemberaubenden Ausblick nach Westen und Osten.

Am Nachmittag bildeten sich wieder Wolken und zu meiner Überraschung fing es leicht an zu schneien...bei Sonnenschein!

Eine verregnete Wanderung im ansonsten sonnigen Arizona.
Eine verregnete Wanderung im ansonsten sonnigen Arizona.
Ungewöhnliche Felsformationen im Chiricahua National Monument.
Ungewöhnliche Felsformationen im Chiricahua National Monument.
Am Morgen nach dem Schneesturm auf dem Emory Pass.
Am Morgen nach dem Schneesturm auf dem Emory Pass.
Die Sonne hat noch Mühe sich durch den Morgennebel durchzukämpfen...
Die Sonne hat noch Mühe sich durch den Morgennebel durchzukämpfen...
Nur der oberste Teil der Passstrasse war schneebedekt.
Nur der oberste Teil der Passstrasse war schneebedekt.
...danach wurde es trocken, sonnig und wärmer!
...danach wurde es trocken, sonnig und wärmer!
Blick zurück auf die verschneiten Berge im Gila National Forest.
Blick zurück auf die verschneiten Berge im Gila National Forest.
Die Organ Mountains bei Las Cruces/NM im Abendlicht.
Die Organ Mountains bei Las Cruces/NM im Abendlicht.
Campingplatz im Aguirre Creek CG.
Campingplatz im Aguirre Creek CG.
...mit schöner Fernsicht ins Tal...
...mit schöner Fernsicht ins Tal...
Auf dem Baylor Pass mit Sicht nach Westen...
Auf dem Baylor Pass mit Sicht nach Westen...
...und mit Sicht nach Osten bei windigen und kalten Bedingungen.
...und mit Sicht nach Osten bei windigen und kalten Bedingungen.
Das muss man den Amis lassen: immer tolle turistische Infrastruktur zum (fast immer) Nulltarif!
Das muss man den Amis lassen: immer tolle turistische Infrastruktur zum (fast immer) Nulltarif!
Bezahlung des Campingplatzes per Credit Karte ($7/Nacht und Fahrzeug).
Bezahlung des Campingplatzes per Credit Karte ($7/Nacht und Fahrzeug).

10.01. - 14.01.2026, Organ Mountains/NM - Balmorhea State Park/TX

Am 10ten erwachte ich im Aguirre Creek Campground bei wolkenlosen Himmel, aber sehr kalt: die Frontscheibe des Fahrzeugs war von innen gefroren!

Mein geplantes Tagesziel war der White Sands Nationalpark. Nachdem ich jedoch den Motor startete, erblickte ich mit Schrecken eine Warnmeldung am Armaturenbrett: Kühlmittel unbedingt nachfüllen! Gleich ging mir durch den Kopf, dass die Reparaturwerkstatt in Tucson mein Kühlsystem beschädigte, sodass ich nun eine Kühlmittelleckage hatte...

Um es vorwegzunehmen, waren meine Sorgen umsonst: die tiefen Temperaturen kontrahierten die Flüssigkeit in dermassen, dass der Füllsensor im Ausgleichsgefäss ansprach, was ich erst bemerkte, als der Motor seine Betriebstemperatur erreichte; dann verschwand die Warnmeldung.

Trotzdem machte ich mich auf den Weg zur nächsten Mercedes Garage, um das spezielle Kühlmittel, welches sonst schwer zu bekommen ist, zu kaufen. Dies bedeutete einen grossen Umweg von ca. 100Meilen und brachte meine Pläne dureinander.

Schlussendlich reichte es doch noch den White Sands NP zu besuchen, ins Fitness zu gehen, Wäschewaschen und gegen Abend einen schönen Übernachtungsplatz hoch über dem Städtchen Alamogordo mit Sicht hinüber zu den White Sands zu finden.

Am darauffolgenden Tag ging ich noch schnell zum Walmart in Alamogordo einkaufen und fuhr weiter richtung Norden, nicht ohne noch einen Zwischenstopp 5 Meilen danach bei einer Pistazien-Farm zu machen; wollte unbedingt ausprobieren, ob ihr hausgemachtes Pistazieneis auch wirklich das war, was es versprach. Und ich wurde nicht enttäuscht, weder von der Qualität noch von der Menge!

Die Zeit verging dann so schnell, dass es mir gerade noch reichte, meinen nächsten Übernachtungsplatz am Rande der White Mountains bei Ruidoso, noch bei Tageslicht zu erreichen. Wiederum ein idyllisches Plätzchen in der freien Natur, vollkommen alleine!

Am nächsten Morgen ging die Reise weiter gegen Osten, ins Flachland. Dabei lag das kleine Dörfchen Lincoln auf dem Weg, welches eine gewisse Berühmtheit im 19. Jahrhundert erlangte, da Billy the Kid dort sein Unwesen trieb.

Beim nächsten grösseren Ort Roswell machte ich nur einen Halt, um Planet Fitness einen Besuch abzustatten.

Auf der Fahrt danach richtung Süden erstreckte sich das Flachland ins Endlose. Dabei hat in diesem Gebiet die Erdölindustrie das Sagen: unzählige Ölbohrungen und in Artesia, zwischen Roswell und Carlsbad eine grosse Raffinerie, bestimmten das Landschaftsbild.

Auch Carlsbad hat offensichtlich  seine Daseinsberechtigung dem Öl zu verdanken.

20 Meilen südlich von Carlsbad fand ich trotzdem wieder ein atraktiver Übernachtungsplatz, obwohl es schon etliche Wildcampierer verstreut in der Gegend hatte, zu dem ich jedoch nicht gelangt wäre, wenn ich keinen Vierradantrieb zur Verfügung gehabt hätte.

Am nächsten Tag waren die Carlbad Caverns auf dem Programm: eine der grössten Grotten im Nordamerikanischen Kontinent. Aber ich nutzte noch die letzte Gelegenheit in Calrsbad ins Planet Fitness zu gehen, da es weiter südlich voraussichtlich keine Ableger mehr auf dem Weg geben wird.

Ich gelangte zu den Caverns gerade rechtzeitig, da der letzte Einlass in die Grotte bis um 14:30 erlaubt war.

Dabei erreicht man die Grotte mit einem Lift, der die Besucher 750 Fuss in die Tiefe transportiert; danach erfuhr ich jedoch, dass es auch einen Fussweg zum Eingang der Höhle gibt.

Der Rundgang durch die Grotte war von bizarrer Schönheit: auch wenn ich kein Freund von Höhlen bin, so muss ich doch zugeben, dass die Natur hier eine spezielle und interessante Kunst hervorbrachte.

Auf dem Parkplatz traf ich dann wieder Luzia und Geri aus Unterägeri an; zusammen fuhren wir dann zum in der Nähe gelegenen Campingplatz.

Am nächsten Tag hatte ich die Besteigung des Guadalupe Peak, im gleichnamigen Nationalpark in Texas, beabsichtigt.

Nach einer halbstündigen Fahrt erreichte ich den Wanderweganfang und machte mich sofort auf die Beine.

Mit einem regelmässigen Rithmus erreichte ich schliesslich den Gipfel in 1:45 Stunden. Wobei die 7km lange Steigung mit der Überwindung von 910 Höhenmeter doch von mir etwas abverlangte. Die tolle Aussicht von ganz oben liess die Strapazen dann vergessen.

Als ich wieder unten ankam, bemerkte ich eine Tafel, die den Wanderer warnte, den Weg nicht zu unterschätzen, da man mit ca. 6 - 8 Stunden rechnen musste und dementsprechend genügend Wasser mittragen sollte. Da war ich erstaunt, dass ich "nur" 3:15 Stunden für den gesamten Weg brauchte, inkl. Gipfelrast und ich "nur" einen halben Liter trank.

noch am Nachmittag machte ich mich dann auf die ca. 120 Meilen lange Fahrt zum Balmorhea State Park, wo ich noch vor der Dunkelheit wieder Luzia und Geri im Campingplatz antraf.

 

Auf dem Weg nach Alamogordo mit dem verschneiten Sierra Blanca Peak (12000Fuss) im Hintergrund.
Auf dem Weg nach Alamogordo mit dem verschneiten Sierra Blanca Peak (12000Fuss) im Hintergrund.
White Sands NP, Besucherzentrum
White Sands NP, Besucherzentrum
Fahrt auf kompakten Sand durch die weissen Sanddünen.
Fahrt auf kompakten Sand durch die weissen Sanddünen.
Unglaublich, dass es da Pflanzen gibt...!
Unglaublich, dass es da Pflanzen gibt...!
Picnic-Infrastruktur für einen erfolgreichen Tagesausflug...
Picnic-Infrastruktur für einen erfolgreichen Tagesausflug...
Sehr wahrscheinlich vom verwehten Sand zugedeckte Büsche: bizarre Sandhaufen...
Sehr wahrscheinlich vom verwehten Sand zugedeckte Büsche: bizarre Sandhaufen...
Billiger Benzinpreis: $1.99 pro Gallone (3.78l)!
Billiger Benzinpreis: $1.99 pro Gallone (3.78l)!
Tankstellen-Kaffee: grosse Auswahl und günstig!
Tankstellen-Kaffee: grosse Auswahl und günstig!
Auch die Sodagetränke: günstiger als im Supermarkt!
Auch die Sodagetränke: günstiger als im Supermarkt!
Beim Tanken in Alamogordo...
Beim Tanken in Alamogordo...
Mein Übernachtungsplatz: wunderschöne Sicht ins Tal, hinüber zu den White Sands...
Mein Übernachtungsplatz: wunderschöne Sicht ins Tal, hinüber zu den White Sands...
Laundromat: Selbstbedienungswäscherei.
Laundromat: Selbstbedienungswäscherei.
Besuch im Pistachioland: alles rund um die Pistazie zu kaufen.
Besuch im Pistachioland: alles rund um die Pistazie zu kaufen.
Und wieder ein schöner und absolut ruhiger Übernachtungsplatz in der Natur...
Und wieder ein schöner und absolut ruhiger Übernachtungsplatz in der Natur...
...und noch einer, aber mit Blick auf Ölfelder...
...und noch einer, aber mit Blick auf Ölfelder...
Die Carlsbad Caverns Nationalpark.
Die Carlsbad Caverns Nationalpark.
Ausblick vom visitor center vom Carlsbad Caverns NP
Ausblick vom visitor center vom Carlsbad Caverns NP
Auf dem Gipfel des Guadalupe Peak (ca. 8700Fuss)
Auf dem Gipfel des Guadalupe Peak (ca. 8700Fuss)
Tolle Weitsicht von oben!
Tolle Weitsicht von oben!
Z.T. abschüssige Stellen auf dem Weg nach oben, aber absolut sicher!
Z.T. abschüssige Stellen auf dem Weg nach oben, aber absolut sicher!
Eher trockene Bergwelt...
Eher trockene Bergwelt...

15.01. - 21.01.2026, Balmorhea SP/TX - Seminole Canyon SP/TX

In der Nacht auf den 15. ist wieder das Gas in einer meiner zwei Gasflaschen ausgegangen; Gas ist unentbehrlich in meinem Camper, um ein wohliges, warmes Innenklima zu erzeugen und mein Duschwasser zu erwärmen.

Da das Wetter im Balmorhea Park sehr mild war, trotz kühlen Nächten, und ich noch eine volle Gasflasche an Bord hatte, war die morgendliche Innenraumwärme wieder schnell hergestellt.

Nach dem Frühstück schaute ich mir noch schnell den Park an, der aus einem halb natürlich, halb von Menschenhand hergestellten Pool bestand, wo man das aus der Tiefe fliessende, 23°C warme Wasser zum baden staute. Die Morgentemperaturen waren für mich jedoch eher zu kühl, um doch noch ein Bad zu nehmen...!

Von Balmorhea fuhr ich ins ca. 30 Meilen entfernte Fort Davis, wo ich mich nochmals im kleinen, lokalen Supermarkt mit Lebensmittel eindeckte.

Der Plan war den höchsten Punkt der Davis Mountains, den Baldy Peak (8323Fuss), zu besteigen. Leider liegt dieser und die meisten Berge in diesem Gebiet auf privaten Grundstück, sodass der öffentliche Zugang leider nicht erlaubt war.

Trotzdem verbrachte ich eine ruhige Nacht an einer Picknick-Stelle am Strassenrand. Da ich auf einer Höhe von über 6000Fuss übernachtete, war die Nacht bitterkalt, sodass meine Frontscheibe von innen gefror.

Am darauffolgenden Tag machte ich eine Ausflug nochmals nach Fort Davis, wobei ich den langen, verkehrsarmen Weg rund um die Davis Mountains wählte, der sich als landschaftlich sehr reizvoll entpuppte. In Fort Davis stattete ich einen Besuch ins Oberland Trail Museum ab.

Dort verbrachte ich eine Weile beim Quatschen mit den Museumsbetreiber und beäugte den ausgestellten alten Kram aus der ca. 150jährigen Geschichte des Ortes.

Danach fuhr ich ins 30 Meilen entfernte Alpine, wo ich im Visitor Center vom zuständigen Herren die Ohren vollgeplappert bekam. Dennoch waren seine Ausführungen und seine Erlebnisse während seiner Aktivzeit in der US-Airforce sehr interessant und aufschlussreich...und sehr kritisch! Konnte ihm jedoch, durch die Fülle der Informationen, nicht immer folgen...!

Danach blieb mir nur noch Zeit, um mir im lokalen McDonalds einen Hamburger zu gönnen.

Alpine ist eine Universitäts-"Stadt" mit etwas über 6000 Einwohner, aber eher mit Dorfcharakter.

Aus fehlenden Initiativen entschied ich mich, wieder am gleichen Ort zu übernachten wie am Vorabend: also 50 Meilen wieder zurück! Dort kam ich bereits bei Dunkelheit wieder an.

Nach wiederum sehr kalter Nacht fuhr ich zum 20 Meilen entfernten Davis Mountains State Park, um einen der längeren Wanderwege abzulaufen. Immerhin waren es über 18km mit attraktiven Ausblicken und wilder westtexanischer Berglandschaft.

Danach ging es weiter nochmals nach Alpine, wo ich mir eine bizarre Sehenswürdigkeit, einen Schreibtisch und einen Fahrradbaum an einem Ortshügel, anschauen wollte, die ich jedoch schliesslich nicht auffinden konnte...

Gegen Abend fuhr ich dann über Marfa nach Presidio, an der Mexikanischen Grenze, wo ich in der Dämmerung in einem erhöht über den Ort liegenden Campingplatz ankam. 10 Minuten später trafen dann nicht ganz überraschend Geri und Luzia mit ihrem MAN-Lastwagen ein.

Am nächsten Tag verabredeten wir uns mit unseren Fahrräder hinüber, über den Rio Grande, das mexikanische Städtchen Ojinaga zu besichtigen.

Der Grenzübergang nach Mexico verlief völlig unproblematisch: nicht einmal unser Pässe wurden angeschaut!

Da es Sonntag war, präsentierte sich das Städtchen sehr verschlafen. Dennoch entdeckten wir ein Café, wo wir einen Espresso und uns einen Kuchen gönnten. Danach fuhren wir mit den Fahrräder ziellos im Ort herum bis uns langsam der Hunger zum Aufsuchen einer Essgelegenheit bewog. Dies fanden wir in einem grösseren Restaurant, wo wir selbstverständlich echt Mexikansiche Spezialitäten ausprobieren wollten.

Das Essen hat uns nicht gerade umgehauen (auch nicht im Sinne der "Rache des Moctezumas"), war aber ganz ok.

Zurück über die Grenze in die USA ging es dann doch nicht so unbürokratisch her und zu wie auf dem Hinweg: da ich vor eineinhalb Jahren meinen Aufenthalt (unbewusst) um 20 Tagen überzog und als Folge mir das US-Visum entzogen wurde, war ich in der Immigration-Datenbank schon als "schwarzes Schaf" aufgeführt. Dennoch liessen sie mich ohne Belehren nach ca. 45 Minuten Abklärungen einreisen.

Die darauffolgende Nacht verbrachten wir dann wieder in einem anderen Campinplatz ca. 5 Meilen ausserhalb des Ortes Presidio.

Am nächsten Tag fuhren wir entlang des Rio Grandes, oder Rio Bravo, wie er in Mexiko heisst, auf einer Strecke, die sich wie eine Berg- und Talfahrt im Unterhaltungspark anfühlte: die Strasse stieg immerwieder kurz fast 15% an, um dann wieder 15% in die Tiefe zu stürzen. Der Adrenalinspiegel machte ungefähr die gleiche Bewegung mit...!;-)

Der Rio Grande (übersetzt: der grosse Fluss) ist jedoch ein kleines, langsam fliessendes Gewässer, welches von der Farbe (milchig grünlich) eher sich einem Abwasserkanal ähnelte; ich kannte den Rio Grande aus seinen Ursprüngen in Colorado und war mir als einen mittelgrossen Fluss mit glasklaren Wasser in Erinnerung. Die Wasserentnahme für Bewässerung und Haushalte lassen ihn auf den Weg zur Mexikanischen Grenze fast gänzlich schrumpfen.  Dennoch lassen sich die Schluchten, die er auf seinem Weg in Jahrmillionen ausgrub, respektvoll bestaunen.

Das Tagesziel war der Big Bend Nationalpark, wo wir am späten Nachmittag ankamen, nachdem wir uns die ehemalige Quecksilberbergwerk-Siedlung Terlingua besuchten. Ein Ort bekannt für Sternengucker und Aussteiger.

Da es schwierig wurde noch einen Übernachtungsplatz in einem Campingplatz im Park zu ergattern (alle Plätze waren vorreserviert) und das Wildcampieren im Park untersagt ist, gingen wir verschiedene Wege auf der Suche für den Nachtplatz.

Ich legte nochmals 30 Meilen zu einem Nationalparkcampingplatz zurück, wo ich noch bei tiefster Dunkelheit einen freien Platz fand.

Am nächsten Morgen fuhr ich die 35 Meilen zurück zu den Wanderwegen im Berggebiet des Parks, wo ich den höchsten Gipfel, den Emory Peak auf über 7800 Fuss besteigen wollte.

Die Rundwanderung, die ich aussuchte, war sehr attraktiv, aber auch herausfordernd. Insbesondere die letzten 20 Meter auf den Gipfel bedingten eine einfache Kletterei, bei der ich beim Abstieg doch ein bisschen weiche Knie bekam...!

Dafür wurde ich mit einem atemberaubenden 360° Rundblick belohnt. Auch die über 21km lange Wanderung war nicht nur ein naturnaher Genuss, sondern auch eine sportliche Leistung.

Noch knapp vor dem Schliessen des Visitor Centers um 16:00Uhr ging ich kein Risiko mehr ein und buchte mir einen primitiven Campingplatz im Niemandsland...im Park.

Da ich noch mit 2 1/2 Stunden Tageslicht rechnen konnte, fuhr ich die 30 Meilen hinunter zum Santa Elena Canyon, wo der Rio Grande einen eindrücklichen Durchstich durch die Sierra bildet. Dort traf ich dann wieder Luzia und Geri, die noch einen Platz im nahegelegenen Cottonwood Campground ergattern konnten.

Bei Dunkelheit kam ich dann, nach nochmaliger 30 Meilen Fahrt, an meinem reservierten Campingplatz an. Ich genoss die Nacht in Abgeschiedenheit und absoluter Ruhe mitten in der Nationalpark Wüste.

Nach einem gemütlichen Morgen machte ich mich erst gegen 12Uhr auf meine nächste Tagesetappe. Zuerst musste ich noch meinen Dieseltank nachfüllen und war positiv überrascht, als ich an der einzigen Zapfsäule im Park den billigsten Diesel im Umkreis von mehreren hundert Meilen bekam ($3.55 pro Gallone).

Die relativ lange Fahrt bis zum Seminole Canyon erfolgte ereignislos und die Landschaft hatte auch nicht viel zu bieten, ausser dass es eine bemerkenswerte Weite und Menschenleere aufwies.

Um 17Uhr kam ich im Seminole State Park an, wo ich sogleich im parkeigenen Campingplatz reichlich Platz zum auswählen fand.

Das Schwimmbecken im Balmorhea Park.
Das Schwimmbecken im Balmorhea Park.
Überall Wildschweine in den Davis Mountains...!
Überall Wildschweine in den Davis Mountains...!
...und recht neugierig!
...und recht neugierig!
Kleine Wanderung nahe Baldy Peak...
Kleine Wanderung nahe Baldy Peak...
Westtexanische Berglandschaft im Abendlicht.
Westtexanische Berglandschaft im Abendlicht.
Mein zweimaliger Übernachtungsplatz in den Davis Mountains.
Mein zweimaliger Übernachtungsplatz in den Davis Mountains.
Der "Sägezahn"-mountain auf der Westseite der Davis Mountains.
Der "Sägezahn"-mountain auf der Westseite der Davis Mountains.
Auf der Wanderung im Davis Mountains State Park.
Auf der Wanderung im Davis Mountains State Park.
Ausblick vom höchsten Punkt der Davis-Mountains-SP-Wanderung auf ca. 5700Fuss, richtung Fort Davis.
Ausblick vom höchsten Punkt der Davis-Mountains-SP-Wanderung auf ca. 5700Fuss, richtung Fort Davis.
Sicht auf Alpine...
Sicht auf Alpine...
...und nochmal Alpine, Randgebiet.
...und nochmal Alpine, Randgebiet.
Unser Parkplatz in Presidio bevor es mit den Fahrräder hinüber nach Ojinaga ging.
Unser Parkplatz in Presidio bevor es mit den Fahrräder hinüber nach Ojinaga ging.
Luzia und Geri beim Zusammensetzen ihrer Klappfahrräder.
Luzia und Geri beim Zusammensetzen ihrer Klappfahrräder.
Über den Grenzfluss Rio Grande...
Über den Grenzfluss Rio Grande...
Am Hauptplatz (Plaza de Armas) in Ojinaga.
Am Hauptplatz (Plaza de Armas) in Ojinaga.
Fahrt ins Blaue bei Ojinaga...
Fahrt ins Blaue bei Ojinaga...
Mexikanische Gerichte in Ojinaga...
Mexikanische Gerichte in Ojinaga...
Zurück an der Grenze...noch auf Mexikanischer Seite...
Zurück an der Grenze...noch auf Mexikanischer Seite...
Geri und ich beim Anstossen mit Limonade...
Geri und ich beim Anstossen mit Limonade...
Landschaft unterwegs zum Big Bend NP entlang des Rio Grandes.
Landschaft unterwegs zum Big Bend NP entlang des Rio Grandes.
Eingang zum "Closed Canyon": enger Durchstich eines augetrockneten Flusses.
Eingang zum "Closed Canyon": enger Durchstich eines augetrockneten Flusses.
Im "Closed Canyon".
Im "Closed Canyon".
Blick zurück zum Rio Grande...
Blick zurück zum Rio Grande...
Blick richtung Lajitas: ein Golfresort im Niemandsland!
Blick richtung Lajitas: ein Golfresort im Niemandsland!
Auf dem Weg zum Big Bend NP, mit seinen Bergen im Hintergrund.
Auf dem Weg zum Big Bend NP, mit seinen Bergen im Hintergrund.
In der Ghost-Siedlung von Terlingua.
In der Ghost-Siedlung von Terlingua.
Luzia und Geris Lastwagen und mein Camper in Terlingua.
Luzia und Geris Lastwagen und mein Camper in Terlingua.
Fahrt hinauf zu Chisos Basin in den Bergen vom Big Bend National Park.
Fahrt hinauf zu Chisos Basin in den Bergen vom Big Bend National Park.
Zu Beginn meiner Wanderung auf dem Emory Peak (7825ft), im Hintergrund.
Zu Beginn meiner Wanderung auf dem Emory Peak (7825ft), im Hintergrund.
Blick vom Emory Peak hinunter auf Chisos Basin (Anfang der Wanderung).
Blick vom Emory Peak hinunter auf Chisos Basin (Anfang der Wanderung).
Ausblick vom Emory Peak.
Ausblick vom Emory Peak.
...und noch einen Blick vom felsigen Gipfel des Emory Peak richtung Mexiko.
...und noch einen Blick vom felsigen Gipfel des Emory Peak richtung Mexiko.
Auf der Wanderung rund um den Emory Peak.
Auf der Wanderung rund um den Emory Peak.
Ausblick auf der Fahrt Richtung Santa Elena Canyon und Mexiko
Ausblick auf der Fahrt Richtung Santa Elena Canyon und Mexiko
Eingang zum Santa Elena Canyon mit dem Rio Grande...
Eingang zum Santa Elena Canyon mit dem Rio Grande...
Eindrückliche Felswände bis über 400 Meter hoch!
Eindrückliche Felswände bis über 400 Meter hoch!
Eindrücklich, der Santa Elena Canyon...
Eindrücklich, der Santa Elena Canyon...
Ausgang des Santa Elena Canyons mit Blick richtung Nordosten mit dem Rio Grande Rinnsal...
Ausgang des Santa Elena Canyons mit Blick richtung Nordosten mit dem Rio Grande Rinnsal...
Der Rio Grande...oder doch nur der Rio Chico (klein)...!?
Der Rio Grande...oder doch nur der Rio Chico (klein)...!?
Beim Frühstückskochen: Rühreier à la mexicana...
Beim Frühstückskochen: Rühreier à la mexicana...
Mein reservierter Übernachtungsplatz in der Wüste ($10)
Mein reservierter Übernachtungsplatz in der Wüste ($10)

22.01. - 28.01.2026, Seminole Canyon/TX - San Angelo State Park/TX

Am Morgen vom 22. Januar erwachte ich wieder bei wolkenlosen Himmel und frischen, aber nicht kalten, Temperaturen. Ich merkte schon, dass das Klima näher beim Golf von Mexiko eher milder wurde. Nichtsdestotrotz sagte der Wetterdienst einen Jahrhundert Wintersturm für die nächsten Tage voraus. Voraussichtlich liegt mein nächstes Ziel, das 40 Meilen entfernte Del Rio am Rio Grande, gerade an der Grenze zwischen den vorhergesagten kalten und den warmen Luftmassen von Süden, was sich dann in den nächsten Tagen zeigen sollte, ob mich die eisige Kälte erwischt, oder ich mit den milden Temperaturen vorlieb nehmen kann...

Bevor ich nach Del Rio losfuhr, machte ich noch einen kurzen Spaziergang entlang des Seminole Canyons, in welchem jahrtausendalte Wandmalereien gefunden wurden. Der Canyon selbst ist nicht so beeindruckend, lieferte jedoch den Ureinwohner Schutz unter den überhängenden Wänden, wo sie sich schliesslich künstlerisch betätigten.

Eine kleine Ausstellung im Visitor Center gab dann Aufschluss über die Geschichte des Fundortes.

Die 40 Meilen nach Del Rio, eine Ortschaft an der Mexikanischen Grenze von ca. 35'000 Einwohner, wiesen fast keinen Verkehr auf. Nachdem ich wieder die Gelegenheit nutzte, ins mir wohlbekannte Planet Fitness zu gehen, traf ich Luzia und Geri danach im Parkplatz von Walmart, wo wir dann auch die Nacht verbrachten. Es gab sogar ausgewiesene Parkplätze für Wohnmobile und Lastwagen, was ich bisher noch in keinem Walmart gesehen hatte.

Am nächsten Tag machten wir wieder einen gemeinsamen Ausflug mit den Fahrräder über die Grenze zur Mexikanischen Stadt Ciudad Acuña. Wiederum war es ein Grenzort, der nichts Besonderes bot, ausser Mexikanische Spezialitäten, die wir in einem uns empfohlenen Restaurant genossen.

Die darauffolgende Nacht verbrachten wir gemeinsam wieder zurück in den USA in einem wenig besuchten campground in der Amistad Recreation Area bei Del Rio, wo wir dann den ersten Kaltlufteinbruch erlebten: über Nacht fielen dann die Temperaturen um ca. 20 Grad!

Nach einem Kaffee im nahegelegenen Café del Sol trennten sich unsere Wege: Luzia und Geri fuhren weiter Richtung Norden und ich beschloss noch eine Nacht am gleichen Ort zu verbringen um den vorausgesagten Niederschlag abzuwettern. Und der kam in der Nacht in Form von Eisregen, sodass die Landschaft sich mit einem weissen Kleid am nächsten Morgen zeigte, welches sich jedoch um eine harte Eisschicht handelte. Die Temperatur erreichte nochmals einen Tiefpunkt: -4°C!

Am Sonntag den 25. packte ich nochmals die Gelegenheit ins Gym zu gehen und machte einen kurzen Ausflug zum Amistad-Stausee, der einen niedrigen Wasserstand, so wie die meisten Stauseen im Südwesten der USA, aufwies.

Am nächsten morgen machte ich mich auf die über 110 Meilen lange Fahrt zum Garner State Park, nicht bevor ich noch eine wieder verbrauchte Gasflasche (für die Heizung) auffüllen lies.

Der Garner State Park befindet sich westlich der Grossstadt San Antonio, im Hills Country: eine fast bergige Gegend mit viel Juniper-Wald und trockenen Weiden, die eine gewisse liebliche Schönheit aufweist.

Da in Texas fast das ganze Land in Privatbesitz ist, sind diese doch sehr kleinen State Parks die einzige Möglichkeit für die Texanische Stadtbevölkerung, die Natur mit campieren und wandern zu geniessen. So bietet der Garner State Park hunderte von Campingplätze an, die jedoch in dieser kalten Jahreszeit fast verlassen wirken. Für mich jedoch war es recht so, denn dann war absolute Stille in der Nacht und die Toiletten hatte ich für mich alleine!

Erst am nächsten Morgen bezahlte ich meine Übernachtung ($15 fürs campieren und $8 Einzeleintritt) und erkundete einige der kurzen Wanderwege.

Anschliessend fuhr ich weiter nach Bandera, ein Ort bekannt für seine Cowboy-Kultur und dementsprechend turistisch, wo ich jedoch nur anhielt, um zu tanken. Cowboys sah ich jedoch keine, doch Läden mit Cowboy-Ramschartikel gab es zur Genüge!

Von Bandera fuhr ich noch die 50 Meilen nach San Antonio, um im Zentrum in einem Musikladen neue Klarinettenplättchen zu kaufen; habe auf dieser Reise meine Klarinette mitgenommen, welche mir an den Abenden gute Begleitung  bietet.

Obwohl es bereits Nachmittag war, beschloss ich noch die 130 Meilen von San Antonio zum nördlich gelegenen Menard zu fahren, ein kleines Dorf im Niemandsland inmitten von Texas.

Schon fast bei Dunkelheit erreichte ich den vorher eruierten campground an einem kleinen Fluss und verbrachte eine friedliche Nacht.

Am Morgen sah ich, dass der campground gut besetzt war mit sehr wahrscheinlich vielen Amis, die in ihren Wohnwagen ihr Zuhause haben.

Die einstündige Fahrt nach San Angelo verlief stressfrei und die Landschaft wurde immer flacher. Auch das Landschaftsbild veränderte sich von Bewaldung zu Busch und schliesslich Ackerland, hauptsächlich Baumwollplantagen.

In San Angelo, ein Städtchen mit einer Bevölkerung von ca. 100'000, besuchte ich das Fort Concho  National Historic Landmark, eine militärische Anlage aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert, welche zum Schutz der damaligen Siedler erbaut wurde. Insbesondere die Apachen und danach die Comanchen waren eine Bedrohung für die neuankommenden Siedler (oder war es eher umgekehrt...!?).

Nach einem Intermezzo im Gym machte ich mich auf die Suche nach einem ruhigen Übernachtungsplatz, den ich nur gerade 9km ausserhalb von San Angelo, im gleichnamigen State Park an einem Stausee fand. Wiederum war der campground fast menschenleer.

 

Der Seminole Canyon...
Der Seminole Canyon...
Unter den überhängenden Felswänden fanden die Ureinwohner Unterschlupf...
Unter den überhängenden Felswänden fanden die Ureinwohner Unterschlupf...
Park- und Übernachtungsplatz beim Walmart.
Park- und Übernachtungsplatz beim Walmart.
In den Strassen von Ciudad Acuña mit Luzia und Geri.
In den Strassen von Ciudad Acuña mit Luzia und Geri.
Auch auf dem Hauptplatz von Ciudad Acuña nicht viel los; auch die Schuhputzer haben keine Kundschaft!
Auch auf dem Hauptplatz von Ciudad Acuña nicht viel los; auch die Schuhputzer haben keine Kundschaft!
Wintereinbruch in Del Rio, bei 29° nördlicher Breite!
Wintereinbruch in Del Rio, bei 29° nördlicher Breite!
Kurzer Ausflug zum Amistad Reservoir: tiefer Wasserstand und nichts los!
Kurzer Ausflug zum Amistad Reservoir: tiefer Wasserstand und nichts los!
Kurzer Pinkelhalt auf dem Weg nach Menard: dieser Vogelstrauss ist wohl keine einheimische Tierart...!?
Kurzer Pinkelhalt auf dem Weg nach Menard: dieser Vogelstrauss ist wohl keine einheimische Tierart...!?
Im grossen, aber leeren campground im Garner State Park.
Im grossen, aber leeren campground im Garner State Park.
Kurze Wanderung auf einen Aussichtshügel im Garner State Park.
Kurze Wanderung auf einen Aussichtshügel im Garner State Park.
Schöne Rundumsicht vom Aussichtspunkt!
Schöne Rundumsicht vom Aussichtspunkt!
Der Frio River, der durch den Park fliesst: glasklar aber kalt.
Der Frio River, der durch den Park fliesst: glasklar aber kalt.
Der Old Baldy "Hügel" (der Aussichtsberg...)
Der Old Baldy "Hügel" (der Aussichtsberg...)
Die Baraken der Soldaten im Fort Concho in San Angelo.
Die Baraken der Soldaten im Fort Concho in San Angelo.
Schlafräume der Soldaten...
Schlafräume der Soldaten...
Interessante Informationen über die Indianer...
Interessante Informationen über die Indianer...
Im Fort Concho: weit und breit das einzige Spital der Region im 19. Jahrhundert
Im Fort Concho: weit und breit das einzige Spital der Region im 19. Jahrhundert

29.01. - 3.02.2026, San Angelo SP/TX - Caprock Canyon SP/TX

Noch bevor ich meine Weiterfahrt von San Angelo antrat, füllte ich nochmals meinen Dieseltank. Die Reise ging weiter nach Norden zu einem anderen State Park: der Caprock Canyon State Park.

Was ich anfänglich nicht wusste und ich dann sehr überrascht war, nicht nur so viele Ölbohrungen bzw. -pumpen zu sehen, sondern auch tausende von Windmühlen zur Stromerzeugung, befand ich mich im erdölreichste Gebiet der ganzen USA, das Permian Basin, von wo ca. 40% der gesamten Ölproduktion des Landes stammt!

Die flache Landschaft bestand demnach ausschliesslich aus Ölborungen, Windmühlen und fast flächendeckend mit Baumwollplantagen.

So ging es dann, Google maps folgend, über verkehrsarme Landstrassen, die eigentlich nur die weitverstreuten Farmen verbinden, Richtung  Caprock Canyon. Aber wo sollte denn in dieser flachen Ebene ein Canyon sein, fragte ich mich...?

Als ca. 7 Meilen vor dem Ziel ich mich am Rande der Ebene wähnte und es plötzlich bergab ging: offensichtlich erreichte ich die geologische Grenze zwischen der Westtexanischen Hochebene und der Osttexanische Tiefebene, wobei der Höhenunterschied doch nicht mehr als 100m betrug, aber die Trennung die Form von canyonartigen Felswände Gestalt aufwies.

Da der Visitor Center just an diesem Tag geschlossen war, fuhr ich direkt zum campground und suchte mir einen netten Platz zum übernachten aus.

Die Landschaft war so anders als die, die ich in den letzten Tagen befahren hatte: ein relativ kleiner Canyon, wenn man ihn mit der Dimension des Garand Canyons in Arizona vergleicht, aber doch sehr attraktiv mit roter Erde und vorallem mit einer vielfältigen Tierwelt. Vorallem bekannt ist der Park für seine wildlebenden Bisons, die eigentlich sich nur im Gehege des Parks frei bewegen können: die Zufahrt zum Park ist mit einer automatischen Schranke versehen, die sich beim Näherkommen mit dem Auto öffnet und gleich danach wieder schliesst, um die Bisons vom Ausbrechen abzuhalten.

Der Park gefiel mir so gut und die Wandermöglichkeiten waren so interessant, dass ich mich gerne Zeit genommen hätte ein paar Tage hier zu verweilen, wenn nicht mein Kühlschrank mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte: ich hatte einfach zu wenig Essen dabei. So fuhr ich am nächsten Tag weiter zum Palo Duro Canyon State Park, nochmals 70 Meilen weiter nördlich, zu dem ich eigentlich ursprünglich direkt hinfahren wollte.

Nachdem ich wieder meine Essensvorräte im Walmart in Plainview auffüllte, erreichte ich den Palo Duro Canyon noch knapp in der Dämmerung.

Der Palo Duro Canyon, ca. 20 Meilen südöstlich von der Stadt Amarillo/TX, liegt auf der gleichen Grenzlinie wie der Caprock Canyon, jedoch war ich überrascht, dass er doch eine Nummer grösser und impossanter war: das fühlte sich bereits wie einen echten Canyon an!

Schnell fand ich einen Übernachtungsplatz, denn die verschiedenen campgrounds im Park waren fast leer, wegen der doch eher kalten Witterung.

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, machte ich mich auf die 8 Meilen lange Fahrt zurück zum Parkeingang, um die Eintritts- und die Übernachtungsgebühr zu bezahlen; ich entschied mich 2 Nächte zu bleiben, was mich $68 kostete.

Noch am gleichen Tag machte ich zwei verschiedene Wanderungen, die sehr viel Spass machten. Vorallem der Weg hinauf auf einen Aussichtspunkt war nicht nur sportlich herausfordernd, sondern bot auch einen weiten Blick über das gesamte Gebiet.

Am nächsten Morgen machte ich noch einen kurzen Ausflug mit dem Fahrrad zu einer Gesteinsformation, die "Leuchtturm" genannt wurde, bevor ich dann weiter, mit einem Abstecher in Amarillo zum Gym, zurück zum Caprock Canyon fuhr.

Wieder kam ich knapp vor der Dunkelheit an, aber war erfreut, wieder meinen alten Platz leer vorzufinden.

Mittlerweile stiegen die Temperaturen auf fast frühlingshafte Werte, sodass ich sogar in der Nacht meine Raumheizung ruhen lassen konnte.

Am darauffolgenden Tag unternahm ich eine ca. 10km lange Rundwanderung, die durch die schönen, wilden Schluchten des Canyons führte. Dabei traf ich keine einzige Menschenseele auf dem Weg, ausser auf den letzten Meter einen Wanderer mit grossen Rucksack, der im Begriff war, seine dreitägige Wanderung durch den Park abzuschliessen. Er sei sich am Vorbereiten für den Appalachian Trail, den er sehr wahrscheinlich erst nächstes Jahr bewältigen möchte, da er gerade an beiden Knien operiert wurde, so liess er es mich wissen.

Am Abend nahm ich es gemütlich und gönnte mir rohes Gemüse und eine heisse Crevetten-Maiscremesuppe, als ich plötzlich Geräusche unter dem Camper hörte. Da es schon dunkel war, nahm ich eine Taschenlampe und machte einen Überraschungssprung aus dem Wohnmobil. Ich traf zwei mich verdutzt anschauende Waschbären, die offenbar an etwas unter meinem Gefährt gefallen gefunden hatten...! Verblüfft stellte ich fest, dass eine Menge getrockneter, nicht heimischen Kakteenblüten unter dem Auto lagen. Es handelte sich um die Kakteen, die Ratten in Tucson unter meinem Wohnmobil als Vorratslager angehäuft hatten! Nun wusste ich, wo dieser Biester ihre Vorratskammer angelegt hatten, nachdem ich während Monaten dem Rätsel nicht auf die Spur gekommen war.

Die Waschbären liessen sich aber nicht so leicht wegscheuchen und kamen dann immer wieder unter das Auto, wenn ich wieder drinnen sass und es ruhig wurde; mal sehen, ob alles noch bis zum nächsten Morgen intakt ist, denn auch die Waschbären knabbern gerne an isolierten Kabeln und Leitungen herum...!

 

Auf der Fahrt Richtung Norden durchs Permian Basin mit vielen Windräder!
Auf der Fahrt Richtung Norden durchs Permian Basin mit vielen Windräder!
Riesen Baumwollerntemaschinen bei Silverton.
Riesen Baumwollerntemaschinen bei Silverton.
Mein Campingplatz im Caprock Canyon SP, mit Elektroanschluss und Wasser!
Mein Campingplatz im Caprock Canyon SP, mit Elektroanschluss und Wasser!
Putzige "Groundhog" (mini-Murmeltiere) zu hunderten im Campground.
Putzige "Groundhog" (mini-Murmeltiere) zu hunderten im Campground.
Ein Prachtexemplar eines Bisons im Park.
Ein Prachtexemplar eines Bisons im Park.
An einem Wanderweganfang im Caprock Canyon...
An einem Wanderweganfang im Caprock Canyon...
Eine kreative Idee: das Schmücken des Stacheldrahtzaunes mit alten Fahrräder...
Eine kreative Idee: das Schmücken des Stacheldrahtzaunes mit alten Fahrräder...
Mesquite Campground im Palo Duro Canyon.
Mesquite Campground im Palo Duro Canyon.
Ein fast aufdringlicher Besucher: ein roadrunner (bip-bip!).
Ein fast aufdringlicher Besucher: ein roadrunner (bip-bip!).
Eindrückliche Geologie im Palo Duro Canyon.
Eindrückliche Geologie im Palo Duro Canyon.
"Das gibt es doch nicht", dachte ich mir: sogar einen Sonnencreme-Dispenser am Wanderweganfang!
"Das gibt es doch nicht", dachte ich mir: sogar einen Sonnencreme-Dispenser am Wanderweganfang!
...und Bike-Reparaturstand!
...und Bike-Reparaturstand!
Tolle Aussicht auf meinen campground...
Tolle Aussicht auf meinen campground...
Ein "Aoudad sheep" beobachtet meine Bewegung; nicht heimisches Wild, importiert in 1950 aus Afrika als Jägerbeute.
Ein "Aoudad sheep" beobachtet meine Bewegung; nicht heimisches Wild, importiert in 1950 aus Afrika als Jägerbeute.
Der "Leuchtturm", als Wahrzeichen des Palo Duro Canyons.
Der "Leuchtturm", als Wahrzeichen des Palo Duro Canyons.
Beeindruckende Erosionsgestalt.
Beeindruckende Erosionsgestalt.
Blick vom Visitor Center hinunter in den Palo Duro Canyon.
Blick vom Visitor Center hinunter in den Palo Duro Canyon.
Den hatte ich schon am Vortag so herumfahren gesehen: hat er wohl die Heuballe als Hingucker geladen?
Den hatte ich schon am Vortag so herumfahren gesehen: hat er wohl die Heuballe als Hingucker geladen?
Auf meiner Wanderung durch den Caprock Canyon.
Auf meiner Wanderung durch den Caprock Canyon.
Aussicht auf den Caprock Canyon
Aussicht auf den Caprock Canyon
Interessante Schichten, die im Canyon zum Vorschein kommen...!
Interessante Schichten, die im Canyon zum Vorschein kommen...!

4.02. - 9.02.2026, Caprock Canyon SP/TX - Carson National Forest/NM

Vom Caprock Canyon machte ich mich auf den Weg nach Westen. Mein Tagesziel war Clovis in New Mexico, nur gerade ein paar Meilen von der Texanischen Grenze entfernt.

Auf der über 135 Meilen fuhr ich durch flaches Agrarland mit wiederum unendlich grossen Baumwollfelder und schnurstracks geraden, verkehrsarmen Überlandstrassen. Dabei streifte ich gerade nur zweimal eine uninteressante Siedlung.

In Clovis ankommend nutzte ich wieder den Planet Fitness Gym, um meine Zirkulation nach dem langen Sitzen im Auto wieder auf trab zu bringen. Gleich nebenan befand sich der Walmart, wo ich wieder meine Speisekammer auffüllte.

Ich beschloss den Parkplatz vom Walmart für meine Übernachtung zu nutzen, da sich die Umgebung doch relativ ruhig anfühlte.

Da auch das Restaurant Denny's gleich gegenüber dem Parkplatz war, griff ich die Gelegenheit beim Schopf und gönnte mir am nächsten Morgen dort ein leckeres Frühstück.

Auf der Weiterfahrt Richtung Westen machte ich noch einen kurzen Stopp in Fort Sumner, um mir das "Billy The Kid Museum" anzuschauen. Ich wollte ein für alle mal wissen, was es so Besonderes an dieser Person gab, dass man sogar ein Museum in dessen Namen betrieb. Aber ausser dass er ein paar Typen um die Ecke brachte und sonst charakterlich nicht ganz einwandfrei war, ist die ganze Geschichte nur dem Tourismus wegen aufgebauscht worden! Naja, die 7 Dollar Eintritt konnte ich verschmerzen und schaffte es doch noch in vernünftiger Zeit, mir die ganze Sammlung von alter Ware, welche das Museum nur unnötigerweise vergrösserte, anzuschauen.

Von dort ging es nach Las Vegas (New Mexico!) am Ostabhang der Rocky Mountains. Da sich die Sonne bereits zum Horizont hin bewegte, entschloss ich mich im 4 Meilen vom Ort entfernten Storrie Lake State Park zu übernachten.

Nach wieder einmal einer kalten Nacht, die ich dank Heizung doch relativ wohlig verbrachte, fuhr ich in die Berge.

Die Landschaft wurde abwechslungsreicher und die bewaldeten Täler hatten eine wilde Schönheit. Insbesondere der Ort Mora hat mir gut gefallen, nicht weil es ein schmuckes Dörfchen ist, wo hauptsächlich Indianer wohnen, die ihre Gärten voll mit Schrott zugeschüttet haben, sondern an der schönen Lage im gleichnamigen Tal.

Von da ging es hinauf auf den ersten Pass knapp unter 3000m Höhe, um durch den Santa Fe National Forest zu fahren.

Ich machte noch einen kurzen Zwischenstopp im Sipapu Skiresort, wo ich mich fast hinreissen liess, skizufahren: für $49 die Tageskarte und $49 für die Ausrüstung schien mir die finanzielle Belastung im erträglichen Masse zu sein. Da es aber bereits Mittag war, entschloss ich mich doch noch weiter bis nach Santa Fe zu fahren. Dort  besuchte ich wieder meinen Gym und erst auf dem Laufband wurde mir bewusst, dass ich mich auf über 2000m Höhe befand.

Ein Übernachtungsort war schnell auf meiner App "iOverlander" ca. 9 Meilen ausserhalb gefunden.

Da es Samstag Abend war, sausten noch bis spät in die Abendstunden die Einheimischen mit ihren ATVs (all terrain vehicles) die Staubstrasse rauf und runter. Den Schlaf konnten sie mir aber trotzdem nicht nehmen.

Am nächsten Tag machte ich noch einen kurzen Abstecher ins Zentrum von Santa Fe, welches die höchsgelegene Bundestaathauptstadt (Hauptstadt von New Mexico) der USA ist, auf ca. 2200m Höhe. Dabei ähnelt das Zentrum eher einem mexikanischen Dorfes: die Häuser wurden im Adobe-Stil errichtet und die bescheidenen wenigen Gebäude aus der Spanischen/Mexikanischen Zeit leicht renoviert.

Am Nachmittag fuhr ich bei ungewöhnlich bedeckten Himmel zu einem Ort, wo ich mein Gebrauchtwasser entleeren und frisches Wasser auffüllen konnte. Gleich nebenan hatte ich auch die Möglichkeit, eine meiner zwei Gasflaschen auffüllen zu lassen. So war ich gut abgesichert, dass mir bei der Kälte das Gas zum heizen nicht ausgeht.

Los Alamos, wo die erste Atombombe entwickelt wurde (siehe: Oppenheimer) und wo sich immernoch ein riesiges Laborareal der US-Regierung befindet, war nur gerade 14 Meilen entfernt, sodass ich den kurzen Umweg in Kauf nahm, mir diesen historischen Ort anzuschauen. Hat mich jedoch nicht umgeworfen: Los Alamos ist ein ruhiger Ort, der touristisch nicht viel hergibt ausser die nukleare Vergangenheit. Durch die Nähe zu den Bergen und nahegelegenen archeologische Fundstätte (Bandelier National Monument, welches ich mir nicht angeschaut habe), hat es doch für outdoor-Begeisterte und Indianer-Kultur-Interessierte seinen Reiz.

Nur wenige Meilen oberhalb vom Ort fand ich dann einen sehr ruhigen Übernachtungsort.

Am darauffolgenden Morgen fuhr ich weiter in die Berge hinein und plante einen Halt im "Valles Caldera National Preserve" zu machen: ein riesiger Krater der vor 1,2 Millionen Jahre explodiert und eingestürzt war.

Aber zuvor machte ich noch eine kurze Wanderung hinauf auf den Cerro Grande (knapp über 3000m hoch), von wo ich eine atemberaubende Sicht auf das Gebiet des Kraters genoss. Obwohl ich mich auf 3000m Höhe befand und es tiefwinterlich sein sollte, war von Schnee nicht viel zu sehen: eine aussergewöhnliche Trockenheit lässt Schlimmes für den Sommer erahnen...!

Der Besuch im Visitor Center des Valles Caldera war widererwartend interessant: auf einen ca. 5 Meter grossen runden Tische konnte man interaktiv die geologische Geschichte der Caldera im Zeitraffer beobachten. Mit Licht, Ton und Video bekam man eine plastische Vorstellung, was in den letzten Jahrmillionen geologisch abging.

Für das Nächtigen suchte ich mir einen Platz in der Höhe auf dem Weg nach Cuba/NM aus, war aber nicht sicher, ob die ungeteerte Strasse im Winter passierbar war. Probieren geht über Studieren, sagte ich mir und so fuhr ich meinem Ziel entgegen. Aber die Strasse war schliesslich doch schlimmer, als ich es mir ausgedacht hatte: durch die milden Temperaturen und den im Wald und auf der Strasse noch liegenden Schnee verwandelte sich die Piste in eine schmierige, schlüpfrige Angelegenheit mit tiefen Fahrfurchen;  ohne meinem doch eher auf offroad getrimmten Wagen wäre ein Durchkommen nicht möglich gewesen.

Auf einer Anhöhe nebst der nicht befahrenen Strasse genoss ich noch die letzten Sonnenstrahlen, bevor ich mich zur Ruhe legte.

Am nächsten Morgen fuhr ich dann weiter nach Cuba. Nach nur ca. 5 Meilen war dann die Strasse wieder asphaltiert und hatte auch nicht mehr so Mühe gehabt, den unasphaltierten Bereich hinter mich zu bringen, da alles hart gefroren war.

Auf der anderen Seite lass ich auf einer Tafel, dass diese Strecke im Winter nicht passierbar sein sollte...die Schneearmut dieses Winters machte es doch möglich...!

In Cuba ergänzte ich meinen Kühlschrank mit ein paar wenigen Sachen und fuhr dann weiter entlang reizvoller Landschaft über Chama und Dulce zu meinem weiteren "naturnahen" Übernachtungsplatz im Carson National Forest.

Das "Billy The Kid" Museum in Fort Sumner.
Das "Billy The Kid" Museum in Fort Sumner.
Im Sorrie Lake SP nahe Las Vegas/NM
Im Sorrie Lake SP nahe Las Vegas/NM
Die ersten Erhebungen der Rocky Mountains von Osten her kommend...
Die ersten Erhebungen der Rocky Mountains von Osten her kommend...
Blick zurück nach Osten auf der ersten Passfahrt.
Blick zurück nach Osten auf der ersten Passfahrt.
Kleines Skigebiet ca. 70 Meilen von Santa Fe: Sipapu skiresort.
Kleines Skigebiet ca. 70 Meilen von Santa Fe: Sipapu skiresort.
Blick hinüber auf das Rio Grande Tal bei Santa Fe
Blick hinüber auf das Rio Grande Tal bei Santa Fe
Blick zu den (dünn-) verschneiten Berge nordöstlich von Santa Fe.
Blick zu den (dünn-) verschneiten Berge nordöstlich von Santa Fe.
Der Hauptplatz von Santa Fe/NM.
Der Hauptplatz von Santa Fe/NM.
Santa Fe ist bekannt für seine Kunstszene...
Santa Fe ist bekannt für seine Kunstszene...
Die Kathedrale...
Die Kathedrale...
Im Inneren der Kathedrale...
Im Inneren der Kathedrale...
Nachbauten im Adobe-Stil...
Nachbauten im Adobe-Stil...
Unzählige Indianer bieten ihre Schmuckkunst an...
Unzählige Indianer bieten ihre Schmuckkunst an...
Auf dem weg nach Los Alamos: Blick zurück gen Osten auf die Schneeberge von Santa Fe.
Auf dem weg nach Los Alamos: Blick zurück gen Osten auf die Schneeberge von Santa Fe.
Der Park im Zentrum von Los Alamos.
Der Park im Zentrum von Los Alamos.
Blick von meinem Übernachtungsplatz hinunter nach Los Alamos.
Blick von meinem Übernachtungsplatz hinunter nach Los Alamos.
Blick vom Cerro Grande auf Valles Caldera...
Blick vom Cerro Grande auf Valles Caldera...
Im Valles Caldera mit Blick hinüber zum Cerro Grande (links).
Im Valles Caldera mit Blick hinüber zum Cerro Grande (links).
Kurzer Spaziergang in einem kleinen Canyon nahe Valles Caldera.
Kurzer Spaziergang in einem kleinen Canyon nahe Valles Caldera.
Verbrannte Wälder auch hier...!
Verbrannte Wälder auch hier...!
Mein Übernachtungsplatz nach überstandener Bergfahrt durch den Morast...
Mein Übernachtungsplatz nach überstandener Bergfahrt durch den Morast...
Fahrt am Morgen auf der Forststrasse auf ca. 2500m Höhe bei eisigen Temperaturen.
Fahrt am Morgen auf der Forststrasse auf ca. 2500m Höhe bei eisigen Temperaturen.
Das Abiquiu Reservoir auf der Fahrt von Cuba nach Chama.
Das Abiquiu Reservoir auf der Fahrt von Cuba nach Chama.
Auf dem Weg nach Chama....
Auf dem Weg nach Chama....
Kurzer Zwischenhalt: der "Echo"-Park
Kurzer Zwischenhalt: der "Echo"-Park
Imposante Berge bei Tierra Amarilla...
Imposante Berge bei Tierra Amarilla...
Das Auto im Test bei widrigen Bedingungen...
Das Auto im Test bei widrigen Bedingungen...
...und durch den Fluss...!
...und durch den Fluss...!
In Dulce: Hauptort des Apache Reservats mit imposanten Verwaltungs- und Komunalgebäuden...
In Dulce: Hauptort des Apache Reservats mit imposanten Verwaltungs- und Komunalgebäuden...

10.02. - 15.02.2026, Carson NF/NM - Grand Junction/CO

Im Carson National Forest habe ich wieder eine sehr ruhige Nacht verbracht, mutter-seelen-allein.

Die Nacht war wiederum bitter kalt, aber der fast wolkenlose Himmel versprach, dass die Sonne im Verlaufe des Tages die Temperaturen wieder auf angenehme Werte heben wird.

Die ca. 70 Meilen lange Fahrt von meinem Übernachtungsort bis zum nächsten Halt in Farmington/New Mexico verlief in einem flachen, canyonartigen Tal, welches sich von bewaldeter Landschaft zu zunehmend trockener Hochlandwüste veränderte. Dabei sah man, je mehr man sich Farmington näherte, zahlreiche Erdgas-Zapfstellen und ab und zu eine Öl-Bohrstelle. In der Tat ist Farmington ein Zentrum der Erdgas- und Öl-Produktion in New Mexico.

In Farmington nutzte ich wiedereinmal die Gelegenheit einen Besuch beim Gym zu machen und mich bei Walmart mit Lebensmittel einzudecken. Übernachtet habe ich dann 20 Meilen weiter westlich auf einem Parkplatz eines Casinos im Navajo-Indian-Reservat, nachdem ich vorher um Erlaubnis gebeten habe.

Am nächsten Morgen entschied ich mich nochmals 10 Meilen zurückzufahren, um in einer Autowasch-Stelle den Dreck der letzten "Schlamm-Tour" über die Berge vor Cuba herunter zu waschen; erstaunlich wie viel Schlamm am Unterboden des Fahrzeugs kleben geblieben ist!

Danach fuhr ich die 20 Meilen bis Shiprock, wo ich mir einen in mitten der Ebene stehenden Monolit aus der Nähe anschauen wollte (siehe Bild).

In Shiprock biegte ich in die Strasse nach Norden Richtung Colorado ab.

Mein erster Halt in Colorado war dann Cortez, wo ich mir in einem Sportladen Empfehlungen für das Erkunden der Umgebung einholte und eine Freizeit-Landkarte von Colorado kaufte. Als Folge davon endete ich den Tag an einer idyllischen Camping-Stelle am Rande des Sand Canyons, in einem Gebiet mit vielen prekolombinischen Ausgrabungen, mit weitem Blick zu den markanten Ute Mountains.

Der nächste Tag begann mit Regen, der sich den ganzen Tag hinstreckte.

Da ich für meinen Campingplatz fast eine Meile Fahrt auf unbefestigten Forstweg in Kauf nehmen musste, war dieser, als ich dann am Morgen losfuhr, vom Regen so durchnässt und aufgeweicht, dass es eine zünftige Rutschpartie wurde, die sich schlimmer herausstellte als tief winterliche Bedingungen. Aber dank dem Allradantrieb des Fahrzeuges konnte ich diese Bedingungen doch mehr oder weniger problemlos meistern. Nur war jetzt das Fahrzeug wieder voll verdreckt!

Die Fahrt ging bei trüben und nassen Wetter Richtung Nordwesten nach Moab in Utah. Doch ca. 50 Meilen vor Moab, bei Monticello, präsentierte sich die Landschaft im weissen, winterlichen Kleid.

Moab war dann einiges milder, da es sich auf niedrigerer Höhe befindet. Auch die Sonne machte am frühen Nachmittag zaghafte Versuche, durch die Wolkendecke zu blicken.

Bevor ich mich auf die Suche für einen Übernachtungsplatz machte, unternahm ich noch eine kurze Wanderung in dem von wilder Schöhnheit und unzähligen geologischen Naturkunstwerken so reichlich bestücktes Gebiet  um Moab. Während dem Wandern musste ich höllisch aufpassen nicht zu stolpern oder meinen Knöchel zu verdrehen (meine grosse Schwäche und Sorge) vom vielen Bestaunen dieser eindrücklichen Landschaft.

Von Moab war ich sehr überrascht zu sehen, wie kommerziell eigentlich dieser Ort ist: eine Vielzahl von Hotels, Motels, AirBnBs und Campingplätze, sowie auch mehrere Agenturen, die Tagesausflüge mit geländegängigen Fahrzeugen anbieten. Eigentlich ist Moab auch ein Mekka für Mountainbiker.

So ca. 10 Meilen ausserhalb von Moab fand ich dann einen angenehmen und sehr ruhigen Platz auf BLM-Land (Bureau of Land Management, d.h. öffentliches Land, wo man frei campieren kann).

Der folgende Tag reservierte ich für eine Rundwanderung im nahegelegenen Arches National Park. Da ich die morgendliche Zeit in der Regel sehr gemütlich verbringe, schaffte ich es erst gegen Mittag am Eingang zum Nationalpark Schlange zu stehen: hier in den USA ist am Montag ein Feiertag, der "Presidents Day", sodass es für viele zu einem verlängerten Wochenende reichte, um längere Ausflüge zu machen. Und so war dieser Samstag ein äusserst verkehrsintensiver Tag, insbesondere in den Gebieten mit so vielen Attraktionen, wie hier in Utah es zu bestaunen gibt.

Ich machte die populärste Wanderung im Park, der "Devils-Garden-Trail", der wirklich, trotz Menschenmassen ein Leckerbissen war: abwechlungsreich, nicht allzu anstrengend, mit vielen bewundernswerten geologischen Skulpturen, aber auch mit tückischen Stellen, die nicht so weiteres zu bewältigen waren, wie das Hinabrutschen eines steilen Felsens und das Überwinden eines Wassertümpels, balancierend auf einen auf dem Wasser liegenden Baumstamm.

Alles in Allem ein gelungener Tag!

Für die Übernachtung entschied ich mich auf eine Anhöhe zu fahren, weit über Moab und am Fusse der frischverschneiten La Sal Berge; wiederum ein wildromantischer Platz mit Blick in die Abendsonne.

Am nächsten Tag war der Himmel wieder mit hohen Wolkenfelder bedeckt, sodass die Sonne höchstens einen milchigen Eindruck erweckte.

Nach dem Frühstück machte ich mich auf dem Weg nach Gateway und weiter nach Grand Junction, wieder in Colorado.

Der Weg schlängelte sich auf einer steilen Passstrasse um die La Sal Berge herum, mit toller Weitsicht und eindrücklichen Blick hinunter ins Tal. Nach einer Gabelung, bei der es entweder Richtung Moab oder weiter nach Colorado ging, war die Strecke nach Colorado unasphaltiert...und total verkehrsarm. Die Strecke war anfänglich mit Schnee bedeckt, was für meinen Sprinter mit Allradantrieb eigentlich kein Problem darstellte. Aber je weiter man wieder in die Tiefe kam, wurde diese Forststrasse zur Schlammfahrt. Tiefe Fahrfurchen und extrem rutschiger Schlamm liessen meinen Adrenalinspiegel höher steigen. Insbesondere als sich immer wieder die Hinterachse des Fahrzeugs wegzurutschen drohte und das Fahrzeug eventuell quer im Seitengraben landen könnte, war mir bewusst, dass dies eine abenteuerliche Fahrt werden würde.

Aber langer Rede kurzer Sinn, die Strecke an und für sich ist ein Leckerbissen an landschaftlicher Schönheit, vorallem im Frühling (wenn der Schnee geschmolzen und die Strecke trocken ist), Sommer und Herbst. Aber sicherlich ist dann einiges mehr los, als zu dieser Jahreszeit. Im Prinzip wäre diese Strecke im Winter eigentlich nicht befahrbar, denn erstens gibt es keinen Winterdienst und zweitens hat normalerweise in anderen Jahren viel mehr Schnee zu dieser Jahreszeit.

Die letzten Meilen vor Gateway ging es steil bergab in einen Canyon, bei dem jedoch die Strasse zusehends, zu meiner Erleichterung, befahrbarer wurde.

Auch ab Gateway bis knapp vor Grand Junction verlauft die Strasse (voll ausgebaute Strasse) entlang eines Tales/Canyons, der als eines der schönsten landschaftlichen Strassen von Colorado vermarktet wird. Auf alle Fälle hat es mir persönlich sehr gefallen!

In Grand Junction, ein Ort mit ca. 70'000 Einwohner, machte ich dann Halt, wiederum im Gym, und suchte mir dann in der Dunkelheit einen geeigneten und ruhigen Übernachtungsplatz auf BLM-Land in den Aussenbezirken des Ortes.

 

Mein Übernachtungsplatz im Carson National Forest...
Mein Übernachtungsplatz im Carson National Forest...
Typische Forststrasse im Carson NF.
Typische Forststrasse im Carson NF.
Im Casino im Navajo Reservat: alles Navajo-Indianer an den "einarmigen Banditen"!
Im Casino im Navajo Reservat: alles Navajo-Indianer an den "einarmigen Banditen"!
Der Shiprock: ein geologisches Phenomän!
Der Shiprock: ein geologisches Phenomän!
Auf der Fahrt Richtung Cortez/Colorado.
Auf der Fahrt Richtung Cortez/Colorado.
Toll die Erosionslandschaften im "wilden" Westen...
Toll die Erosionslandschaften im "wilden" Westen...
Blick gegen Osten, die San Juan Mountains von Colorado, auf der Fahrt zum Sand Canyon
Blick gegen Osten, die San Juan Mountains von Colorado, auf der Fahrt zum Sand Canyon
Blick von meinem Übernachtungsplatz beim Sand Canyon hinüber zu den Ute Berge.
Blick von meinem Übernachtungsplatz beim Sand Canyon hinüber zu den Ute Berge.
Gleicher Blick zu den Ute Bergen am nächsten Morgen.
Gleicher Blick zu den Ute Bergen am nächsten Morgen.
Eine erste Kostprobe von vielen natürlichen Brücken in der Gegend um Moab...
Eine erste Kostprobe von vielen natürlichen Brücken in der Gegend um Moab...
Meine erste Wanderung auf dem Grandstaff Canyon trail.
Meine erste Wanderung auf dem Grandstaff Canyon trail.
...mit eindrücklicher, natürlicher Brücke...
...mit eindrücklicher, natürlicher Brücke...
...und sonstiger felsiger Leckerbissen!
...und sonstiger felsiger Leckerbissen!
Schlangestehen beim Eingang in Arches National Park.
Schlangestehen beim Eingang in Arches National Park.
Eindrückliche Landschaft im Nationalpark.
Eindrückliche Landschaft im Nationalpark.
Völkerwanderung auf dem "Devils Garden Trail".
Völkerwanderung auf dem "Devils Garden Trail".
Eine fragil aussehende natürliche Brücke...
Eine fragil aussehende natürliche Brücke...
Je weiter der Weg, desto weniger Leute...
Je weiter der Weg, desto weniger Leute...
Eine Doppelbrücke...
Eine Doppelbrücke...
Der "Dark Angel" Monolit am Ende des trails.
Der "Dark Angel" Monolit am Ende des trails.
Im Arches NP und im Hintergrund die frisch verschneiten La Sal Berge.
Im Arches NP und im Hintergrund die frisch verschneiten La Sal Berge.
Mein Übernachtungsplatz am Fusse der La Sal Berge im Abendlicht.
Mein Übernachtungsplatz am Fusse der La Sal Berge im Abendlicht.
Auf der Fahrt um die La Sal Berge herum mit Blick Richtung Moab.
Auf der Fahrt um die La Sal Berge herum mit Blick Richtung Moab.
Winterliche Verhältnisse bei den La Sal Berge.
Winterliche Verhältnisse bei den La Sal Berge.
Steil hinab durch den Canyon...
Steil hinab durch den Canyon...
Vor Gateway, am Ende der unbefestigten Strasse...
Vor Gateway, am Ende der unbefestigten Strasse...
Durch den schönen Unaweep Canyon Richtung Grand Junction.
Durch den schönen Unaweep Canyon Richtung Grand Junction.
...aber auch hier an den Hängen Waldbrand Narben.
...aber auch hier an den Hängen Waldbrand Narben.